Heiligstes Herz Jesu
Hochfest
Die Propheten des Alten Bundes haben als das größte Geheimnis Gottes seine Liebe erkannt, und zwar die Liebe zu seinem Volk, das dieser Liebe immer wieder davonlief. In Jesus ist die Liebe Gottes sichtbar und greifbar geworden, und am Kreuz wurde sie zur „Torheit“ (1 Kor 1, 23). Sie ist das Zeichen des Widerspruchs, sie ist aber auch die einzige Hoffnung für die Menschen in ihrer Not.
Tagesgebet
Allmächtiger Gott, wir verehren das Herz deines geliebten Sohnes
und preisen die großen Taten seiner Liebe.
Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens
die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Zum Evangelium Die „Weisen und Klugen“, die angesehenen Leute in Israel, zufrieden mit sich und ihrer Position, haben Jesus nicht verstanden. Jesus kennt die Absicht Gottes; er wendet sich den Armen zu, den hungrigen und müden Menschen gilt seine Einladung und seine Verheißung.
Evangelium Mt 11, 25–30
Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
25In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen offenbart hast.
26Ja, Vater,
so hat es dir gefallen.
27Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden;
niemand kennt den Sohn,
nur der Vater,
und niemand kennt den Vater,
nur der Sohn
und der, dem es der Sohn offenbaren will. 28Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.
29Nehmt mein Joch auf euch
und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
30Denn mein Joch ist sanft
und meine Last ist leicht.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du schenkst uns dein liebendes Herz. Wir bitten dich:
- Hilf allen Christen so zu leben, dass die Menschen in ihnen deine barmherzige Liebe erkennen …
- Stärke alle, die unter Angst und Enttäuschung leiden, dass sie Vertrauen zu deiner Hilfe gewinnen …
- Mache unsere Gemeinden zu Zufluchtsstätten für alle Kranken, Leidenden und in Not Geratenen …
- Gib auch uns die Gnade, dass wir durch keine Enttäuschung oder Anfechtung an deiner Liebe irre werden …
- Nimm unsere Verstorbenen in das Reich deiner ewigen Liebe auf …
Herr Jesus Christus. Du wendest uns dein Liebendes Herz zu. Wir schöpfen daraus Kraft und Zuversicht für unser Leben. Dafür danken wir dir, der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.
Schlussgebet
Herr, unser Gott, du hast uns gestärkt
mit dem Sakrament jener Liebe,
durch die dein Sohn alles an sich zieht.
Entzünde auch in uns das Feuer seiner Liebe,
damit wir in unseren Brüdern
ihn erkennen und ihm dienen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Der bergende Schatten des Kreuzes
Die christliche Hoffnung ist auf das ganze menschliche Leben ausgerichtet. Hier wird nichts verdeckt oder verdrängt, sondern das Leben wird angenommen, wie es ist: Freude und Leid, Geglücktes und Misslungenes, Erfolg und Scheitern, Leben und Sterben. Wer immer ich bin und wie immer ich belastet und beladen bin mit dem ganzen unerledigten Wust meines Lebens, mit dem Schuldigwerden gegenüber anderen, mit dem Versagen – ich darf in den bergenden Schatten des Kreuzes treten. Ich muss die Schuld nicht anderen zuschieben. Ich kann dazu stehen, aufrecht, befreit. Das ist Hoffnung, die trägt, auch im Scheitern. Der Gekreuzigte ist der Inbegriff der Versöhnung. (Franz Kamphaus)