Ängsten und Unsicherheiten etwas entgegenzuhalten war das erklärte Ziel der Jugendosternacht in Pfronten. In der voll besetzten Pfarrkirche St. Nikolaus feierten die Pfarrgemeinde sowie zahlreiche Interessierte aus der Region die Osternacht unter dem Motto „Fürchte dich (nicht)“. Jugendliche und junge Erwachsene entwickelten unter der Federführung der katholischen Jugendstelle Kaufbeuren einen neuen Zugang zu den Osternachtstexten.
Zu Beginn machte die Vorbereitungsgruppe deutlich, dass der Satz „Fürchte dich nicht“ leichter gesagt als getan ist und oft wenig beruhigend wirkt. Häufig weckt der vermeintliche Zuspruch sogar erst recht ein Gefühl der Angst. Damit die Angst nicht das bestimmende Gefühl bleibt, setzte das Vorbereitungsteam die fünf Bibelstellen der Osternacht auf kreative Weise in Szene und verknüpfte sie mit Sorgen und Ängsten der heutigen Zeit.
Gottesfurcht
Als erstes setzte sich das Team kritisch mit dem Begriff der Gottesfurcht auseinander. Eine junge Erwachsene arbeitete dabei eine „Checkliste für gottesfürchtige Christen“ ab und sah sich gezwungen, eine Reihe von Vorschriften möglichst exakt zu befolgen. Sie fürchtete Gottes Zorn, wenn sie nicht tut, was er verlangt, und begründete dies mit der Bibelstelle von Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern sollte. Eine Freundin sprang ihr jedoch zur Seite und machte deutlich, dass ihr Gott kein Gott zum Fürchten sei und dass diese Bibelstelle gerade zeige, dass Gott keine Menschenopfer will. Ehrfurcht in der Beziehung zu Gott bedeutet vielmehr Respekt und Achtsamkeit – nicht bloße Pflichterfüllung.